Alle Infos rund um die Kündigung eines Bauvertrags

Alle Infos rund um die Kündigung eines Bauvertrags

Auftraggeber kann den Vertrag jederzeit kündigen

Bei der sogenannten „freien Kündigung“ hat der AG das Recht, den Werkvertrag jederzeit zu kündigen. Hier muss kein Kündigungsgrund vorliegen.

Im Falle einer Kündigung endet der Vertrag mit Wirkung für die Zukunft. Für die bis zu Kündigung erbrachten Leistungen bleibt der Werkvertrag bestehen und wirksam. Auch im Falle der Kündigung muss der Handwerker beachten, dass es zur Fälligkeit seiner Vergütungsforderung einer Abnahme bedarf.

Vergütung für nicht erbrachte Leistungen trotz Kündigung

Beim freien Kündigungsrecht kann der Handwerker die vereinbarte Vergütung von seinem Auftraggeber verlangen, allerdings muss er auch Abzüge von der vereinbarten Vergütung akzeptieren.

Zum einen muss er sich den in Geld bemessenen Aufwand anrechnen lassen, den er aufgrund der Kündigung erspart hat. Zum anderen muss er sich die Vergütung anrechnen lassen, die er infolge eines anderen Vertrags tatsächlich verdient, den er aufgrund der Kündigung des Vertrags ausführen konnte. Anzurechnen ist auch die Vergütung, die der Handwerker durch Bearbeitung eines anderen Vertrags hätte verdienen können, allerdings nicht verdient hat, weil er es böswillig unterlassen hat, diese Verdienstmöglichkeit zu realisieren.

Bauvertrag: Wenn der Auftraggeber kündigt

Bei Kündigungen des Auftraggebers, die wirksam auf einen wichtigen/ außerordentlichen Kündigungsgrund beruhen, muss der AG nur die für die bis dahin erbrachten Leistungen des Handwerkers eine Vergütung zahlen.

Handwerker kann nur aus wichtigem Grund kündigen

Eine besondere Kündigungsmöglichkeit besteht für den Handwerker beispielsweise dann, wenn der Auftraggeber eine Handlung, die zur Erstellung des Werkes erforderlich ist, trotz Verzugs nicht vornimmt. Ein Vertrag kann auch dann vom Handwerker gekündigt werden, wenn ihm ein Fortsetzen des Vertrags aufgrund von schweren Pflichtverletzungen des Auftraggebers nicht mehr zugemutet werden kann.

Ein weiterer Grund für eine Kündigung ist wenn bspw. der Auftraggeber eine fällige Zahlung nicht leistet oder sonst in Schuldnerverzug gerät.

Klagenfurt am, 25.08.2017