Handwerk erleichtert über Abschaffung fiktiver Baukosten


Handwerk erleichtert über Abschaffung fiktiver Baukosten

Selten hat ein Urteil des Bundesgerichtshofs in den vergangenen Jahren für so viel Aufsehen gesorgt wie die Entscheidung, fiktive Kosten zur Mängelbeseitigung am Bau nicht länger zu erlauben. Bauherren können nun das etwaige Beheben der Mängel dem Unternehmer nicht mehr verrechnen.

Zahlung nur bei „echter“ Beseitigung der Mängel

Bislang konnten die Bauherren die vollen Kosten für eine Mängelbeseitigung am Bau dem Handwerker in Rechnung stellen, wenn dieser für den Schaden verantwortlich war.

Von nun an muss die Beseitigung durchgeführt werden, wenn man dafür Geld sehen will. Durch einen Fehler am Bauwerk entstehe dem Bauherren noch kein direkter Schaden, erst die tatsächliche Begleichung koste ihn und müsse vom Verursacher ersetzt werden.

Nach Fertigstellung des Gebäudes wurden vom Bauherren sehr oft nach Fehlern und Mängeln gesucht, die sie dem Unternehmer in die Schuhe schieben konnten, dies wurde nun auch verboten.

Weiterhin erlaubt bleibt es Bauherren, den durch den Mangel verursachten Wertverlust der Immobilien auszahlen zu lassen. Doch solche Berechnungen sind sehr teuer & ein Fall für den Gutachter. Somit verschiebt sich die Rechtslage ein Stück weit zugunsten der Handwerker, denn die Berechnungen zur Schadensbemessung müssen vom Kunden beauftragt werden.

Viele Fragen bleiben weiterhin offen

Die Frage, welche Schadensberechnung im Baurecht weiter möglich bleibt, stellen sich viele Rechtsanwälte. Es stellt sich die Frage, ob es Bauherren denn nun noch möglich ist, schnell und unkompliziert an ihr Geld zu kommen, wenn der beauftragte Handwerker einen Fehler macht. Ein Rat dazu ist, den Mangel zu beseitigen und sich vom Bauunternehmer einen Vorschuss dafür geben zu lassen – das ist nach dem BGH-Urteil nun erlaubt.

Klagenfurt, den 09.05.2018